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Beschwerden / Rechtsweg bei Spam


Wenn die direkte Beschwerde beim Spammer nichts bewirkt, so kann man sich beim Provider des Spammers beschweren. Sollte auch danach die gewünschte Wirkung ausbleiben, bleibt nur der Rechtsweg: Durch die entstehenden Verfahrenskosten und zu zahlenden Ordnungsgelder kann der Versand von Spam möglicherweise langfristig teuer werden. Allerdings verursacht dieser Weg bei manueller Bekämpfung sehr viel Arbeit.

Weniger Arbeit hat man, wenn man die Beschwerden so gut es geht automatisiert, um möglichst viele pro Tag zu bearbeiten. Kritiker (halb-)automatisierter Spam-Reports weisen allerdings zu Recht darauf hin, dass automatisierte oder über entsprechende Dienstleister/Software erzeugte Beschwerden nicht nur oft fehlerhaft sind und daher nicht selten Unbeteiligte treffen, sondern von den Beschwerde-Bearbeitern vieler Provider auch pauschal gelöscht werden. Der Provider kann solche Meldungen auch als Spam einstufen, wenn ihn zu viele von einem Absender erreichen.

Die sinnvollere Alternative kann daher eine von Hand geschriebene Beschwerde sein, die sich auf mehrere zeitnah empfangene Spamsendungen aus gleicher Quelle bezieht. Zu analysieren ist der Header der E-Mail, der von vielen Mail-Clients nicht automatisch angezeigt wird. Darin ist alles leicht zu fälschen außer den IP-Adressen der MTAs (Mail-Server), die die E-Mail transportiert haben. Diese stehen in Headerzeilen, die mit dem Schlüsselwort Received anfangen. Zu welchem Provider die IP-Adresse gehört, kann man mit dem Unix-Befehl whois und dem Whois-Server der zuständigen Registry ermitteln. Das Format, mit dem die einzelnen Whois-Server antworten, ist nicht einheitlich. Da jeder selber eigene Server aufsetzen kann, können Provider und Täter identisch sein.

Die meisten Provider haben eine eigene Beschwerde-Adresse, die jedoch nicht immer im Whois-Server eingetragen ist. Um zu ermitteln, welches die richtige Beschwerde-Adresse zu einer bestimmten Domain ist, kann man Abuse.net nutzen und dort beim Provider nachsehen. Möglichkeiten zur Automatisierung dieses Ermittlungs- und Beschwerdeprozesses bieten Dienstleister wie beispielsweise SpamCop